Info: Altersarmut droht, so viel bekommen Rentner für ein Jahr Arbeit

 


 

Wer nur kurz in die Rentenkasse eingezahlt oder wenig verdient hat, kann nicht mit üppigen Rentenbezügen rechnen

 

Die Deutschen sorgen sich um ihre finanzielle Versorgung im Alter: Nicht einmal die Hälfte der Bundesbürger erwartet nach einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), den Ruhestand gut abgesichert genießen zu können. Und knapp 465.000 Senioren sind laut dem Statistischen Bundesamt heute schon auf das Sozialamt angewiesen, weil ihre Altersbezüge nicht zum Leben reichen. Besonders hart trifft es Geringverdiener und alle, die nur kurz in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Experten der Deutschen Rentenversicherung haben die Minirenten berechnet, mit der Ruheständler nach einem Jahr regulärer Beschäftigung rechnen können.

 

Mehr Geld für Ost-Rentner

 

Bei einem Brutto-Jahresverdienst von 5400 Euro liegt den Rentenfachleuten zufolge nach einem Jahr Arbeit der Rentenanspruch eines Arbeitnehmers oder pflichtversicherten Selbstständigen im Ruhestand derzeit bei 4,46 Euro im Monat für Senioren in den westlichen Bundesländern, im Osten erhielte ein Rentner unter den gleichen Bedingungen 4,80 Euro.

 

Ein Brutto-Jahresverdienst von 12.000 Euro berechtigt demnach zum Bezug einer monatlichen Rente in Höhe von 9,91 Euro im Westen und 10,67 Euro im Osten. Immerhin 41,36 Euro Rente im Monat bekäme laut den Experten, wer in einem Jahr Beschäftigung in den alten Bundesländern über ein Bruttoeinkommen 54.000 Euro verfügt. In Ostdeutschland käme in dem Fall eine Monatsrente von 44,80 Euro zusammen.

 

Gefahr der Altersarmut wächst

 

Die Furcht vor der Altersarmut ist nach diesen Zahlen alles andere als unbegründet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte bereits im Sommer, die Zahl der Minirenten in Deutschland steige immer weiter an. "Die Rente befindet sich im Sinkflug. Damit kommt tatsächlich wachsende Altersarmut auf uns zu", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach damals der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

 

Die Deutsche Rentenversicherung hatte zuvor bestätigt, dass jede zweite Rente in Deutschland 2012 unter 700 Euro im Monat lag und damit unter der Summe, die Senioren als Grundsicherung im Alter inklusive Heizung und Miete zusteht.

 

Rentenlücke klafft

 

Und die Situation wird sich weiterhin verschärfen. Laut einer Studie der Universität Bochum ist die Rentenlücke in Deutschland größer als bisher angenommen. Um ihren Lebensstandard zu sichern, fehlen den Ruheständlern demnach im Durchschnitt 350 Euro pro Monat netto mehr als bisher geschätzt.

 

Der Aktion "Finanzwissen für alle" der Fondsgesellschaften zufolge gilt als Faustregel, dass Ruheständler etwa 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens benötigen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Nach Angaben der Bochumer Forscher ersetzte die gesetzliche Rente im Idealfall zuletzt aber nur knapp 60 Prozent. In der Realität sei die Situation aufgrund brüchiger Erwerbsbiografien, Teilzeitphasen und Auszeiten oft noch viel dramatischer.

 

 

Rentenanspruch für Arbeitnehmer und pflichtversicherte
Selbstständige nach einem Jahr Arbeit*

Jahresentgelt brutto
2013 in Euro

Rente West
in Euro

Rente Ost
in Euro

5400

4,46

4,80

7200

5,95

6,40

9600

7,93

8,54

12.000

9,91

10,67

14.400

11,89

12,80

16.800

13,88

14,93

19.200

15,86

17,07

21.600

17,84

19,20

24.000

19,82

21,34

26.400

21,81

23,47

28.800

23,79

25,60

31.200

25,77

27,73

33.600

27,75

29,87

38.400

31,72

34,14

40.800

33,70

36,27

43.200

35,68

38,40

50.400

44,60

44,80

     
     

*Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Beitragssatz 18 Prozent, aktueller Rentenwert seit 1. Juli 2013: 28,14 Euro

 


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